Der Islam wächst


In einem dem deutschen Bundesminister Dr. Philipp Rösler sowie »politonline« vorliegenden Schreiben

heisst es, dass »die FDP über zu wenig Geschichtswissen verfügt, um zu erkennen, daß die hohe Lebensqualität in Deutschland auf dem Fundament der christlich-abendländischen Werteordnung beruht. Dieses Fundament zerbröselt.« In dem Brief wird darauf hingewiesen, dass »die FDP nicht bemerkt hat, daß sich Deutschland in einem Kulturkonflikt zwischen Christentum und Islam   befindet. Die intellektuellen Eliten bekämpfen das Christentum und fördern den Islam. Der Islam wächst in Deutschland.

Es gibt bereits islamische Stadtbezirke, die der deutschen Rechtssprechung entzogen sind. Die FDP gefährdet unsere Freiheit; die FDP-Bundesjustizministerin hat den grundgesetzwidrigen Islam zum Bestandteil Deutschlands erklärt. Der Islam ist eine totalitäre politische Ideologie mit religiösem Überbau, die unter Mißachtung der Menschenrechte die Herrschaft über Deutschland anstrebt. Die FDP fördert die Islamisierung Deutschlands massiv: Wir setzen uns für die vermehrte Einrichtung von Lehrstühlen für islamische Theologie an deutschen Hochschulen, für die Ausbildung von deutschsprachigen Imamen und muslimischen Religionslehrern ein. Wir wollen eine Akademie für Islamstudien schaffen, die öffentliche Stellen in Deutschland beraten und die Ausbildung von muslimischen Geistlichen und Religionslehrern in Deutschland fördern soll. Der EU-Beitritt der Türkei würde das Ende der europäischen Kultur bedeuten. An der Beitrittsperspektive für die Türkei halten wir fest, sagt die FDP.« Das von Dr. rer. nat. Hans Penner an Rösler gerichtete Schreiben ist unter  www.fachinfo.eu/roesler.pdf  im Inrternet einsehbar. 

Zu dem von Manfred Kleine-Hartlage, Sozialwissenschaftler mit der Fachrichtung Politische Wissenschaft, herausgegebenen Buch Das Dschihadsystem – Wie der Islam funktioniert, schrieb Professor Tilman Nagel Ende Januar letzten Jahres, dass es niemanden wundern dürfte, dass »dieses von den Medien ebenso totgeschwiegen worden ist wie von der etablierten  Islamwissenschaft. Das Buch entlarvt und widerlegt unanfechtbar die Lebens- und Propagandalügen einer Meinungsindustrie, die darauf spezialisiert ist, den Islam schönzufärben. Besonders der deutschen Islamwissenschaft, in der seit langem kaum noch ein Lehrstuhl an einen kritischen Forscher vergeben wird, muß es peinlich sein, von einem Außenseiter – Kleine-Hartlage ist Sozialwissenschaftler – vorgeführt zu werden. Keiner der heute aktiven Forscher kann es sich leisten, sich mit Das Dschihadsystem auseinanderzusetzen, weil sie alle (besser als irgendjemand sonst) wissen, daß es nicht zu widerlegen ist, dies aber unmöglich zugeben können.«   
Prof. Nagel ist Islamwissenschaftler und Autor von zahlreichen Standardwerken; er gehört zu den renommiertesten Orientalisten. Von 1981 bis 2007 lehrte und forschte er als Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Göttingen und wurde zu Ende des Sommersemesters 2007 emeritiert. Nagel kommt zu folgendem Fazit: »Kleine-Hartlages Buch sollte eine Pflichtlektüre der Entscheidungsträger in der Innen-, Rechts- und Bildungspolitik sein, und auch die zahlreichen Islamexperten des interreligiösen Dialogs sollten ihre reflexartige Empörung hintanstellen und das Buch sorgfältig durcharbeiten, damit ihnen dämmert, was sie eigentlich tun. Daß dies vergebliche Hoffnungen sind, weiß der Rezensent. Umso mehr aber dankt er dem Verfasser für die geleistete Arbeit und für den Mut, seine Erkenntnisse ohne Selbstzensur zu Papier zu bringen. Ungehört werden seine Aussagen nicht verhallen.  [1] 
Zum Islam selbst vermerkt Kleine-Hartlage u.a., dass »der Versuch, islamische Normen auch in Politik und Recht rigide durchzusetzen und nach außen gegen die Ungläubigen zu kämpfen, ein Reaktionsmuster ist, das islamische Gesellschaften typischerweise immer dann hervorgebracht haben, wenn der Islam in seiner Eigenschaft als normative Grundlage muslimischer Gesellschaften in Frage gestellt wurde. Insofern wird das Phänomen des Islamismus in Europa erst dann zu existieren aufhören, wenn entweder der Islam aus Europa verschwindet oder ganz Europa islamisch geworden ist. Selbstverständlich sind nicht alle Moslems militante Dschihadisten.  Muslimische Gesellschaften haben dort, wo sie mit anderen im selben sozialen Raum zusammentrafen, immer versucht, ihre Regeln durchzusetzen. Je größer die muslimische Minderheit ist [die durchaus eines Tages die Mehrheit sein kann], desto mehr wächst der Druck auf die Einheimischen, sich den Erwartungen der Muslime zu fügen. Also anders zu leben, als sie von sich aus leben möchten. Normalerweise wäre es undenkbar, daß irgendein Volk auf der Welt sich eine solche Entwicklung gefallen ließe, ohne die dafür verantwortlichen Politiker zu steinigen. Daß  die Völker Europas ihre Politiker gewähren lassen, ist in der Tat ein Zeichen der Schwäche und des mangelnden Selbstbehauptungswillens. Zugleich ist es eine Folge der systematischen und politisch gewollten ideologischen Zersetzung dieses Selbstbehauptungswillens, also zielstrebig herbeigeführter geistiger Vergiftung, verbunden mit zunehmender Repression gegen Verfechter von politischen Konzepten, in denen sich dieser Selbstbehauptungswille artikuliert, also der politischen Rechten.«  [2]  
Wir haben diese Darlegungen dem nachfolgenden Aufsatz des Redaktors der Jungen Freiheit, der das ausspricht, was kaum noch jemand in Worte zu kleiden wagt, absichtlich vorangestellt:  

Täglich grüßt der Muezzin  –  Von Michael Paulwitz
  
Indifferenz, Resignation oder verordnete Begeisterung sind die üblichen Haltungen, mit denen der Bundesbürger die scheinbar unaufhaltsame multikulturelle Transformation seines Lebensraumes zu begleiten pflegt. Nur manchmal, wenn der Wandel spektakulär vor der eigenen Haustür zuschlägt, kommt noch Unruhe auf. Zwei Ereignisse der letzten Wochen scheinen den leisen Abschied vom Abendland wie in einem Brennglas symbolisch zu fokussieren: Mit der entwidmeten Kapernaum-Kirche in Hamburg-Horn wird erstmals ein aufgegebenes christliches Gotteshaus in eine Moschee umgebaut; und im einige hundert Kilometer entfernten Rheinland müssen im gut katholischen Eschweiler die Glocken von Sankt Bonifatius verstummen, während allfreitäglich der Muezzin seinen Gebetsruf über den Wochenmarkt erschallen lassen darf. 
Die Islamisierung Deutschlands in Szene gesetzt 
  
Die Glocken, die dem frühmittelalterlichen Missionar und Apostel der Deutschen geweiht sind, schweigen also, dafür wird auf arabisch Allah als größter und einziger Gott umso lauter gepriesen – plakativer könnte man die offiziell stets beflissen verleugnete allmähliche Islamisierung Deutschlands kaum inszenieren. Daß die Moscheefizierung der Kapernaum-Kirche bis zum 3. Oktober abgeschlossen sein soll und die neuen moslemischen Eigentümer just am deutschen Nationalfeiertag einziehen wollen, den die Islamverbände zumTag der offenen Moschee erklärt haben, trägt erst recht inszenatorischen Charakter. Das spät formulierte Unbehagen einiger Lokalpolitiker und des katholischen Bischofs ist daher so berechtigt wie zaghaft unddamit absehbar folgenlos

Die Eroberung Konstantinopels als Vorbild  

Wenn eine Kirche zur Moschee wird, geht es um mehr als um eine pragmatische Immobiliennachnutzung. Die Hagia Sophia, die 1453 als sichtbares Triumphzeichen der Eroberung zur Moschee gemachte Hauptkirche Konstantinopels, schwingt in der politischen Ikonographie immer mit. Sultan Mehmed Fatih, der Eroberer Konstantinopels, ist nicht umsonst Namenspatron zahlloser Moscheezentren hierzulande. Natürlich wurde die Hamburger Kapernaum-Kirche nicht in Strömen von Blut erobert, sondern von einem Investor abgekauft. Dennoch ist der Akt  hochsymbolisch; denn Moscheen sind nicht etwa ganz normale Gotteshäuser, wie die zuständige protestantische Bischöfin, die örtlichen Grünen und verharmlosende Zeitungskommentatoren im Gleichklang beschönigen, sondern soziokulturelle Zentren von Parallelgesellschaften, die erklärtermaßen nicht Integration im Sinne von individueller Assimilation, sondern Partizipation als kollektive Körperschaft, als Staat im Staate anstreben.  

Die Islamisierung wird von der Politik gewollt  

Wer allerdings die Vorgänge in Hamburg-Horn und Eschweiler allein auf islamische Eroberungsgelüste und den Drang einer aggressiv-politisch aufgeladenen Religion zur Landnahme zurückführt, der macht es sich zu einfach. Die demographische Expansion von Moslems in Deutschland und Europa findet statt, weil die politisch Verantwortlichen sie zulassen und zur abschottungsfördernden Einwanderung in die Sozialsysteme regelrecht einladen. Die Islamverbände sind einflußreich geworden und erheben immer weitergehende Forderungen, weil sie damit durchkommen. Was als Islamisierung erscheint, ist in Wahrheit eine Folge der Selbstabschaffung von Gemeinwesen und Kultur der Autochthonen; der Landnahme geht eine Landaufgabe voraus.  
Verlogene Dialoge‹ werden dem Ringen um Wahrheit vorgezogen  

Denn es sind zunächst die Deutschen selbst, die nicht mehr in die Kirchen gehen, bis die Gemeinden so ausgedünnt sind, daß sie ihre Gotteshäuser nicht mehr halten können. Und es waren Eschweiler Bürger, die sich so lange über die unzumutbare Lärmbelästigung‹ durch die Glocken der Bonifatius-Kirche beschwert haben, bis ihr Läuten untersagt wurde. Es sind die protestantischen Kirchenverwalter, denen es im Grunde egal ist, was aus dem übernommenen Erbe wird, solange nur ein wenig Geld im Kasten klingt; die lieber Multikultiparolen beten als das Vaterunser und im Ringen um die Wahrheit verlogene Dialoge der harten Konfrontation vorziehen.  

Keine vermeintliche Stärke des Islams, sondern eigene Schwäche  

Es sind, weiterhin, Bürgermeister wie der von Eschweiler – die Partei ist einerlei – die den Weg des geringsten Widerstandes gehen und jahrhundertealtes Glockenläuten und den Triumphruf der Neuankömmlinge unter Ausklammerung jeglichen kulturellen Kontextes als bloße Frage der Lärmschutzverordnung behandeln. Und es sind Politiker aller Parteien, die in anbiedernder Vorwegnahme künftiger Mehrheitsverhältnisse vor konkurrierenden Machtansprüchen zurückweichen, deren Spielräume freiwillig erweitern und Staatsverträge abschließen, statt im Interesse des eigenen Volkes und Landes Integration durch Assimilation konsequent einzufordern. Die Diktatur des Relativismus, die der scheidende Papst Benedikt XVI. kritisiert hat: in Hamburg-Horn und Eschweiler kann man sie in all ihren Spielarten studieren. Hier liegt der Kardinalfehler, der die Einwanderung aus anderen Kulturräumen erst zum Problem anwachsen läßt. Wer die eigene Identität aufgibt, überläßt das Terrain denen, die sich ihrer Identität gewiß sind. Nicht die vermeintliche Stärke des Islams, sondern eigene Schwäche läßt immer mehr Deutschen die Heimat zur Fremde werden. Solange sie sich weigern, diesen Zusammenhang zu begreifen, wird diese Entfremdung auch nicht aufzuhalten sein.  [3] 
   
Anmerkung politonline d.a.:  Zwecks Untermauerung der Ausführungen von Paulwitz folgen hier einige sehr wenige  – die Betonung liegt absolut auf wenig‹ –  Beispiele, die aufzeigen, auf welche Weise versucht wird, nicht nur die Meinungsbildung zu beeinflussen, sondern auch aktiv dazu beizutragen, unsere eigene Anpassung voranzubringen, denn Recep Tayyip Erdogan hatte ja bekanntlich seine in Deutschland lebenden türkischen Landsleuten im März 2011 erneut vor der Assimilation gewarnt. Nun sind die dargelegten Verhältnisse zwar insgesamt auf unser Nachbarland ausgerichtet, dennoch dürften sie von grösserem Interesse sein, da sie auch in den restlichen EU-Ländern Gegenstand von Diskussionen sind. Die Gebetsrufe eines Muezzin scheinen inzwischen für manche kirchlichen Würdenträger durchaus akzeptabel zu sein. So hatte sich die designierte Bischöfin der Nordelbischen Kirche, Kirsten Fehrs, am 23. 6. 11 grundsätzlich fürMuezzin-Rufe in deutschen Städten ausgesprochen. »Wenn es eine Moschee ist, die kooperierend, demokratisch, integrierend und anti-islamistisch ist«, seien Muezzin-Rufe vorstellbar, sagte sie. Sicherlich lässt sich zumindest die verlangte anti-islamistische Haltung von Moscheebesuchern nicht zur Bedingung machen, da sie restlos unentdeckt bleiben kann. Fehrs Vorgängerin, Maria Jeppsen, hatte sich Ende 2009 im Streit um den geplanten Muezzin-Ruf von der Centrum-Moschee in der Hamburger Innenstadt ebenfalls zustimmend zum öffentlichen Gebetsruf geäussert.  

Was nun die Frage angeht, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, so sind die Wortgefechte, die diesbezüglich geführt worden sind resp. noch geführt werden, in ihrer Anzahl schlichtweg unüberschaubar. So hatte es beispielsweise der CDU-Politiker Volker Kauder im April letzten Jahres gewagt, die Auffassung zu vertreten, dass der Islam nicht zu Deutschland gehört, wobei er immerhin eingeräumt hatte, dass die Muslime selbst zu seinem Land gehörten. Die Zurechtweisung durch Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger folgte sozusagen auf dem Fusse: »Der Islam ist eine der Religionen, die in Deutschland ausgelebt werden. Deshalb gehört der Islam natürlich zu Deutschland«, so ihre Feststellung. In der Folge gedachten offenbar einige muslimische  Verbandsvertreter einen kulturellen Machtkampf zu inszenieren und die in der BRD geltende Werteordnung umzudeuten. »Wenn Verbandsvertreter möchten, daß der Staat etwa bei Zwangsverheiratungen wegschaut«, konterte daraufhin Hans-Peter Uhl (CSU), »dann ist das ein kultureller Machtkampf. Dieser Kampf müsse ausgetragen werden.«   [4]
  
Wie im einzelnen reagiert wird, zeigt Folgendes: Regierungssprecher Steffen Seibert twitterte letztes Jahr zu Beginn des Fastenmonats Ramadan: »Ich wünsche allen Muslimen in Deutschland einen gesegneten Ramadan.« Zum Ende des Fastenbrechens am 19. 8. 12 erklärte der Bürgermeister Wuppertals, Peter Jung, in einer Grussbotschaft: »Der Islam gehört heute zu Wuppertal. …..  Es sei gewiß und durchaus zu begrüßen, daß in Wuppertal weitere Moscheen entstehen werden. Wir müssen den Islam in unsere Mitte holen.«Am 2. 8. 11 hatte Guntram Schneider (SPD), seines Zeichens Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, den Kampf gegen Islamfeindlichkeit gefordert. »Der Ramadan ist eine Zeit, in der sich Muslime und Nichtmuslime gegenseitig ihren Respekt in besonderer Weise zeigen können und sollten«, sagte er zu Beginn des Fastenmonats. »Der Islam ist Teil unserer Gesellschaft, und Ramadan gehört mittlerweile zu den religiösen Festzeiten, die in unserem Kalender ihren festen Platz haben.«Schneider verband seine Glückwünsche an die Muslime mit dem Appell, gegen »geistige Brandstifter und Vereinfacher«, die undifferenziert  Generalvorbehalte gegen den Islam und die Muslime schürten, Stellung zu beziehen. Auch Klaus Wowereit (SPD), der regierende Bürgermeister von Berlin, hatte Glückwünsche an die muslimische Gemeinde gesendet. »Muslime sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft«, hiess es in seinem Grusswort. Der Ramadan sei somit auch ein soziales Ereignis, betonte er; man sei stolz, dass Deutschland »ein weltoffenes und liberales Land« sei, das durch sozialen Zusammenhalt geprägt werde:»Jeder und jedem ist es möglich, Traditionen zu bewahren und die eigenen Bräuche offen zu leben.« Breit bekannt dürfte die Aussage des vormaligen Bundespräsidenten Christian Wulff (CDU) sein; dieser hatte es sich Ende August 2011 nicht nehmen lassen, sich bei den Muslimen zu bedanken. Er hatte vor allem den Mut und die Menschlichkeit, mit der diese sich in Deutschland einbrächten, gelobt. »Viele Muslime tun das immer wieder aufs Neue und fördern damit auch den Zusammenhalt in Deutschland.« 

Selbstredend tritt hier auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), auf den Plan; auch sie gratulierte den Muslimen zum Ende des Ramadans. Dieses Fest bringe zum Ausdruck, dass gutes Zusammenleben nur gelingen könne, wenn sich alle die Hand reichten. »Nur wenn wir uns öffnen und auf andere einlassen, können wir einander  kennenlernen, Hürden überwinden und Vorurteile abbauen, und den anderen besser verstehen.« »Die Muslime und der Islam seien ein Teil von Deutschlands Vielfalt«, betonte  zum gleichen Zeitpunkt Serkan Tören, der integrationspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Dass der Ramadan in Deutschland zusammen gefeiert werde, sei ein »wertvolles Zeichen des friedlichen Miteinanders und Zusammenlebens.«   

Am 30. Oktober letzten Jahres hatte die inzwischen zurückgetretene Bundesbildungsministerin Annette Schavan (auch sie von der CDU) das Zentrum für Islamische Theologie Münster eröffnet, das grösste von insgesamt 4 Zentren dieser Art, die mit rund 20 Millionen € von der Regierung gefördert werden. DieFreude darüber war ihr unverkennbar ins Gesicht geschrieben. Wie verlautete, wolle man dazu beitragen, dass die 4 Millionen Muslime, die in Deutschland leben, in unserer Gesellschaft beheimatet sein können. Ob Islamwissenschaftler, das Bundesministerium für Bildung, oder Muslime in Niedersachsen – alle, hiess es, begrüssten die neue Einrichtung und hätten hohe Erwartungen. Das neue Lehrfach Islamische Theologiean deutschen Universitäten fördert nach Meinung führender Islamwissenschaftler die sachliche Auseinandersetzung mit dem muslimischen Glauben. Jenseits vom öffentlichen Streit über Kopftücher oder den Bau von Moscheen gehe es darum, den interreligiösen Dialog zu bereichern und ein Zeichen für die gesellschaftliche Anerkennung von Muslimen zu setzen. Der Landesvorsitzender der Muslime Niedersachsens, Avni Altiner, bezeichnete das neue Institut als eine ›Willkommenserklärung auf höchster Ebene und der Direktor des Osnabrücker Instituts, Bülent Ucar, sprach von einem epochalen Durchbruch beim Kampf der Muslime um Gleichberechtigung und Anerkennung. Zur offiziellen Eröffnung des Instituts in Osnabrück waren Niedersachsens Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) und Rahmi Yaran, der Grossmufti von Istanbul gekommen: »Das wird ein großer Tag für Deutschland und ein großer Tag für den Weltfrieden«, hatte Ucar im Vorfeld erklärt. Gerade letzteres gälte es erst einmal abzuwarten, zieht man die islamistischen Strömungen in Betracht, die sich im Zuge des Arabischen Frühlings durchzusetzen scheinen.  
Die Ausbildung von Imamen für die etwa 2.500 Moscheen in der BRD war einer der Hauptgründe für die Errichtung von Islamzentren; dadurch sollte eine bessere Kontrolle über die Predigtinhalte erzielt werden. Nach einer Studie des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ist nur jeder Zwanzigste der etwa 1.250 hauptamtlichen und rund 1 000 ehrenamtlichen Imame in Deutschland geboren. Nach Schätzungen des Zentralrats der Muslime stammen über 90 % aus der Türkei. Zwei von drei Imamen bleiben weniger als zehn Jahre im Land und haben dementsprechend geringe Kenntnisse der deutschen Sprache und Kultur. In den Gemeinden der DITIB, mit rund 800 Moscheen der grösste muslimische Verband in Deutschland, kommen ausnahmslos türkisch sprechende Imame, sogenannte Religionsbeauftragte, zum Einsatz. Ausgewählt werden sie in ihrem Heimatland von der türkischen Religionsbehörde Diyanet, in der Vertreter verschiedener Ministerien sitzen. In ihrem Gastland unterstehen sie – quasi als Diplomaten – den Attachés für religiöse Dienste der türkischen Generalkonsulate und verbreiten dort den türkischen Staatsislam. Über die Kultur und das Grundwerteverständnis in ihrem Einsatzgebiet wissen sie oftmals wenig, auch deshalb, weil sie den Moscheen meist nur für ein bis fünf Jahre zugeteilt sind.  [5]   

Die Forderung nach einer Gleichstellung des Islams mit anderen Religionen und Weltanschauungen ist schon älter; eine solche sprachen die Grünen bereits im November 2010 aus. Anfang Oktober desselben Jahres hatte auch das SPD-Mitglied Dieter Wiefelspütz eine rechtliche Gleichstellung des Islams mit dem Christentum gefordert. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung‹  hatte er erklärt: »Es wäre ein wichtiges Signal an die 4 Millionen Muslime in Deutschland, wenn der Staat den Islam als Religionsgemeinschaft anerkennt.« Bei Forderungen der genannten Art darf natürlich Wolfgang Schäuble nicht fehlen. Er hatte sich bereits am 23. 6. 2009 für eine Gleichstellung des Islams mit anderen Religionsgemeinschaften in Deutschland ausgesprochen. Sein Ziel sei »eine ähnliche Form der staatlichen Kooperation mit den Muslimen in Deutschland wie mit anderen Religionsgemeinschaften.« Allerdings müsse dabei berücksichtigt werden, dass Deutschland von der christlichen Religion und Kultur geprägt sei. Inwieweit letztere Sicht von der Mehrheit der Muslime mitgetragen wird, sei dahingestellt. Am 6. 7. 12 erging die Forderung der Grünen, den Islam mit dem Christentum gleichzustellen, erneut. Dies sei »eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Integrationspolitik in Bezug auf Muslimas und Muslime in der Bundesrepublik«, erklärten die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Renate Künast, und ihr Parlamentarischer Geschäftsführer, Volker Beck, anlässlich der Vorstellung einer Roadmap zur Gleichstellung und rechtlichen Integration des Islams in Deutschland. Für die Grünen sei es selbstverständlich, dass alle Menschen ihre Grundrechte und Teilhabemöglichkeiten unabhängig von ihrer Herkunft, Religion und Weltanschauung gleichberechtigt wahrnehmen könnten.

»Die 4 Millionen in Deutschland lebenden Menschen muslimischer Herkunft stellen 5 % der Bevölkerung dar. Sie und ihre Religion sind selbstverständlich Teil dieses Landes, der Kultur und Gesellschaft«, betonten Künast und Beck. Als Voraussetzung für eine Gleichstellung des Islams mit dem Christentum und dem Judentum nennen die Grünen immerhin einige Bedingungen, darunter Verfassungstreue, die Förderung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Männern und Frauen, keine Toleranz von Antisemitismus, Rassismus und Homophobie und die Akzeptanz der Religionsfreiheit, einschliesslich der Freiheit des Religionsaustritts oder –wechsels. Gerade letzeres verbietet der Koran. »Der Islam«, freute sich Rudolf Kriszeleit, der Staatsekretär des Hessischen Integrationsministeriums, am 19. Dezember letzten Jahres, »ist aus Deutschland und Hessen nicht mehr wegzudenken.«   

Im November letzten Jahres sind erste Staatsverträge mit Muslimen unterschrieben worden, so z.B. in Hamburg. Der Bürgermeister der Hansestadt, Olaf Scholz, würdigte die Unterzeichnung der Verträge mit den islamischen und alevitischen Religionsgemeinschaften des Bundeslandes als Meilenstein sowie als Zeichen des Respekts gegenüber den Muslimen. Es wurde unter anderem vereinbart, dass die islamischen Feiertage in Hamburg mit den christlichen gleichgestellt werden sollen. Kurz danach hatte sich auch Leutheusser-Schnarrenberger dafür ausgesprochen, das Hamburger Modell für islamische Feiertage auf andere Bundesländer zu übertragen.  

Gefahrenpunkte   
Der Islamwissenschaftler Carsten Polanz erklärte Anfang Oktober 2012, dass er auch Medien in der Gefahr sehe, vor islamistischer Gewalt zu kapitulieren und sich eine islamisch definierte Selbstzensur aufzuerlegen. So habe sich der Generaldirektor der britischen Rundfunkgesellschaft BBC, Mark Thompson, 2008 dafür ausgesprochen, angesichts möglicher gewaltsamer Bedrohungen über den Islam anders zu berichten als über andere Religionen. Seine Begründung: Muslime werteten Angriffe auf ihre Religion als eine Form des Rassismus. Polanz zufolge lässt man sich damit auf die Argumentation von Islamisten ein. 
Sie erklärten die Unterlassung jeglicher Kritik am Islam zur Voraussetzung gesellschaftlichen Friedens. Damit entstehe die paradoxe Situation, dass ein Sender die vollkommene Friedfertigkeit einer Religion betone, sich aber zugleich vor der Gewaltbereitschaft ihrer Anhänger fürchte.

»Der Islamwissenschaftler des Instituts für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz«, fügte Michael Stürzenberger ein, »scheint seinen Beruf im Gegensatz zu unseren weitgehend rückgratlosen Politikern und Medien noch ernst zu nehmen.«  [6] Bücher der eingangs erwähnten Art scheinen ganz besonders  Missfallen zu erregen; sie werden daherentsprechend etikettiert: »Die Alarmglocken sollten bei uns schrillen, wenn immer wieder fremdenfeindliche- und islamfeindliche Bücher zu Bestsellern werden. Politik und auch die Medien sind gefordert, eine neue Seite der Islam- und  Integrationspolitik aufzuschlagen und endlich den Kampf gegen menschenverachtende rassistische Ideologien aufzunehmen«, sagte Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Aus einem Bericht der Berliner Umschau vom 7. 9. 12 geht hervor, dass die Sozialdemokraten die Entwicklung radikal islamischer Strömungen in Deutschland mit Sorge betrachten, und dass sie es als zwingend notwendig erachten, dass bundesweit konsequent gegen jegliche Form von islamistischen Bewegungen vorgegangen werde. Dabei haben sie vor allem die zunehmende Islamisierung der Schulen im Blick, insbesondere bei Zugeständnissen an moslemische Forderungen. Wie sie darlegen, darf vor allem die Teilnahme am Sport-, Schwimm- und Biologieunterricht aus religiösen Gründen nicht verweigert werden.
  
Wie aus einer im August letzten Jahres veröffentlichten Studie des Meinungsforschungsinstituts InfoGmbH hervorgeht, wünschen sich 46 % der Türken in Deutschland, dass hier irgendwann mehr Moslems als Christen wohnen. Auch die religiösen Ressentiments von Moslems gegenüber Ungläubigennehmen laut der Studie immer mehr zu. Was die Integration angeht, so zeigte sich der Wille zu Integration und Zugehörigkeit bei türkischen Migranten häufiger. Indessen findet sich immer öfters die Aussage, dass der Islam die einzig wahre Religion sei. »Die Ergebnisse sprechen durchaus für eine zunehmende Rolle der islamischen Religion im Wertegefüge der Türken in Deutschland«, sagt Geschäftsführer Holger Liljeberg. Von den Befragten sind 37 % streng religiös, nur 9 % bezeichnen sich als nicht religiös. Der Anteil der streng Religiösen ist seit 2010 angestiegen. Der höchste Anteil von zumindest eher religiösen findet sich überraschenderweise in der jüngsten Altersgruppe, so Liljeberg. Die älteren Türken seien überwiegend selbst eingewandert und daher politisch von Laizismus und Kemalismus in der Türkei geprägt.  

Der damalige algerische Staatspräsident Houari Boumedienne prophezeite schon 1974 vor der UNO: »Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Halbkugel verlassen, um in die nördliche einzudringen. Sicherlich nicht als Freunde. Denn sie werden kommen, um sie zu erobern. Und sie werden sie erobern,indem sie die nördliche Halbkugel mit ihren Kindern bevölkern. Der Leib unserer Frauen wird uns den Sieg bescheren.« In Deutschland meinte der Unternehmer Vural Öger, Mitglied der SPD, vor türkischen Unternehmern: »Das, was Kamuni Sultan Süleyman 1529 mit der Belagerung Wiens begonnen hat, werden wir über die Einwanderung mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen verwirklichen«, und der ehemalige Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs, Mehmet Sabri Erbakan, sagte gemäss des bayerischen Verfassungsschutzberichtes bereits 2001: »Die Europäer glauben, daß die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind. Aber Allah hat einen anderen Plan.«  [7]  

Hierzu nochmals Wolfgang Schäuble, der als Innenminister im Bundestag schon 2006 erklärt hatte: »Der Islam ist Teil Deutschlands und Teil Europas, er ist Teil unserer Gegenwart und er ist Teil unserer Zukunft.Muslime sind in Deutschland willkommen.«  [8]  Damit sollte es eigentlich jedem klar sein, dass wir uns auf einen behördlicherseits konzipierten Umbau unserer Gesellschaft einzustellen haben. Was nun den EU-Beitritt der Türkei betrifft, so hatte sich FDP-Aussenminister Guido Westerwelle bereits am 12. Dezember letzten Jahres für intensivere Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ausgesprochen, eine Forderung, die er soeben am 12. Mai so deutlich wie nie zuvor wiederholt hat. Ganz sicherlich trifft er damit nicht die Einstellung des überwiegenden Teils der Deutschen, was aber angesichts der Art der Demokratie, wie sie in der EU praktiziert wird, nicht weiter ins Gewicht fallen dürfte. »Beide Länder«, heisst es, »wollten dem türkischen Beitrittsprozeß neuen Schwung geben. Die Türkei habe weitreichende Reformen vorangetrieben, die den gemeinsamen Grundwerten Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit verpflichtet seien.« Hierzu die am 7. 5. von Seiten des türkischen Parlamentsabgeordneten Mahmut Tanal an das Münchner Oberlandesgericht ergangene Aufforderung, »das Kreuz aus dem Verhandlungssaal im NSU-Prozeß zu entfernen. Das Kreuz sei eine Bedrohung für Nichtchristen, sagte Tanal, der einer sechsköpfigen  Parlamentarier-Delegation aus Ankara angehört, die den Prozeßbeginn gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Unterstützer des NSU am Montag in München verfolgte. Deshalb müsse das Kreuz sofort verschwinden. Das christliche Symbol sei nicht mit einem Rechtsstaat zu vereinbaren.«  [9]  Soviel für die Bereitschaft der türkischen Seite, der abendländischen Kultur Rechnung zu tragen. 

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