Staatsfeind Nr. 1: An der Wiege der NPD standen die Geheimdienste


von Gerhard Wisnewski

Machen sich die Staaten und Regierungen ihre Staatsfeinde selber? Eine Frage, die sich spätestens seit den Roten Brigaden in Italien, der Rote Armee Fraktion in Deutschland und natürlich dem 11.9.2001 stellte. Und natürlich seit der angeblichen Terrortruppe »NSU«. Denn schließlich geht nichts über einen hausgemachten Staatsfeind. Da weiß man eben, was man hat. Wobei sich die Frage erhebt: Was ist eigentlich mit Deutschlands liebstem Hassobjekt, der NPD? Von welchem Dienst wurde sie eigentlich gegründet?


Die NPD ist der Aufreger der Republik. Wo sie auch auftaucht, herrscht Bürgerkriegsstimmung: Vermieter kündigen Versammlungssäle, Kommunen asphaltieren aufreizend langsam Zufahrtswege, empörte Gutmenschen gehen reflexhaft auf die Straße, um »gegen rechts« zu emonstrieren – und alle sind zufrieden: Der Staat, weil die Bürger ihre wirklichen Feinde nicht erkennen, die Demonstranten, weil sie sich das Gefühl verschaffen können, gegen »das Böse« zu kämpfen und die NPD, weil sie so jede Menge Aufmerksamkeit bekommt. Je mehr sie »bekämpft« wird, desto mehr wird sie schließlich zusammengeschweißt, und so können sich Vorsitzende und andere Leitfiguren Loyalität verschaffen.
Eine Win-Win-Situation für alle, möchte man meinen. Dass die NPD seit Jahrzehnten vom Staat selbst gesteuert und bezahlt wird (über die Geheimdienste), scheint dabei niemanden wirklich zu interessieren. Hauptsache, man setzt sich als »Demokrat« in Szene.
Die NPD und die Gleichschaltung der Gesellschaft
Mit »Zivilcourage« hat das allerdings überhaupt nichts zu tun, denn schließlich ist hierzulande staatlicherseits nichts so gern gesehen wie Demonstrationen gegen die NPD und andere »Rechte«. Denn das ermöglicht dem »demokratischen Staat« bei allen Differenzen den Schulterschluss mit seinen Bürgern. Wenn es »gegen rechts« geht, kann plötzlich der Grüne neben dem CSUler stehen oder der Ministerpräsident neben dem Antifa-Mann. Es gibt daher kaum etwas Friedenstiftenderes als die NPD. Aber die segensreichen Wirkungen der »Rechten« reichen noch viel weiter. Durch ihre martialischen und auch unästhetischen Auftritte ziehen sie jedwedes nationale und konservative Gedankengut in Mitleidenschaft. »Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein« – seit sich ein paar Glatzen diesen Spruch per Tattoo auf ihre Birne pinselten, geht das gar nicht mehr. In Geheimdienstkreisen nennt man das »Demagnetize«: Entmagnetisieren. Ein unerwünschtes Gedankengut wird durch eine abstoßende Gruppe oder Person vertreten und so neutralisiert. So wirken die NPD und andere »rechte« oder »rechtsextreme« Gruppen wirksam an der Gleichschaltung der Gesellschaft mit.
Indem sie immer mehr konservative Positionen besetzen, werden immer mehr konservative Positionen unmöglich gemacht und rutschen Gesellschaft und Staat immer weiter nach links, in Richtung eines totalitären stalinistischen Systems. Also dahin, wo sie eigentlich hin sollen. Aus der Nationalen wird so eine neue (kommunistische) Internationale (»KomIntern«). Wie das funktioniert, kann man am Beispiel der neuen EUdSSR besichtigen, in deren Grenzen das Privateigentum inzwischen mit Riesenschritten abgeschafft wird, wie das Beispiel Zypern zeigt. Gut, wie?
Die NPD ist einfach zu nützlich
Dass die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) ein reiner Geheimdienstladen ist, wusste man ja spätestens seit dem ersten NPD-Verbotsverfahren (2001 bis 2003). Es wurde vom Bundesverfassungsgericht gestoppt, weil sich einfach zu viele Verfassungsschutzagenten in der Führung der Partei tummelten – so dass man gar nicht mehr wusste, wer eigentlich ein »echter NPDler« und wer ein gekaufter Spitzel oder Provokateur war. Das auseinanderzukriegen, könnte immer noch schwierig sein. Nicht alle wollen deshalb ein neues NPD-Verbotsverfahren. Und schließlich ist die NPD auch einfach zu nützlich. So nützlich, dass man sie glatt erfinden müsste, wenn es sie nicht schon gäbe. Das heißt: Hat man sie etwa glatt erfunden?
Die Frage scheint berechtigt, seitdem herauskam, dass die Partei nicht nur vom Verfassungsschutz geführt und alimentiert wird, sondern auch von Geheimdienstfiguren gegründet wurde. Denn Geheimdienstspitzel sickerten nicht erst später in die Partei ein, sondern haben sie gleich aus der Taufe gehoben. An allererster Stelle wäre da wohl Adolf von Thadden zu nennen. Der hatte nicht nur eine britische Großmutter und überhaupt ein Faible für Großbritannien. Nach dem Krieg (1946/47) arbeitete von Thadden auch für die britische Militärregierung. 1964 gründete er zusammen mit anderen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Von Thaddens Name und entsprechende Berichte über seine Geheimdienstverbindungen sind heute zwar längst vergessen, aber angesichts der fortdauernden Verbotsdiskussion aktuell wie nie.Laut Kölner Stadtanzeiger vom 14. März 2002 war von Thadden »mindestens von 1967 bis 1976 Informant des britischen Geheimdienstes. Verschiedene Mitarbeiter des AuslandsgeheimdienstesMI 6 haben ihn bei Treffen in Hamburger Hotels über Personen, Pläne und Strukturen der rechtsextremen Partei ausgefragt. ›Wir sahen auf Grund der Gespräche keine Gefahr, dass da ein neuer Hitler an die Macht kommen könnte‹«, zitierte derStadtanzeiger »einen früheren hochrangigen Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes MI 6«.
Aus den Labors der Dienste?
Eh klar: Hebt irgendwo ein neuer »Führer« seinen Kopf, lädt man sich eben zum Tee ein und fragt höflich an, ob er etwa ein neuer Hitler werden wolle. Und wenn nicht, war man enorm »beruhigt«. Aber könnte es nicht auch andersherum funktioniert haben – nämlich dass der Input nicht aus Richtung von Thaddens in Richtung MI 6 floss, sondern vom britischen Geheimdienst in Richtung Thadden? Dass also der Briten-Dienst via Thadden die NPD gründete und steuerte? Und ob. So steckte ein hochrangiger früherer deutscher Geheimdienstler dem britischen Guardian, »dass er über eine viel längere Verbindung zwischen von Thadden und den britischen Geheimdiensten informiert gewesen sei«. Diese Erinnerung wiederum, so der Guardian, »wirft die Frage auf, ob der deutsche Rechtsaußen unter dem Einfluss des MI 6 stand, als er und andere 1964 die NPD gründeten«.
Analysierte die Segnungen künstlicher Staatsfeinde: George Orwell
Eine gute Frage: Handelt es sich bei der NPD etwa um eine Partei aus den Labors der Geheimdienste? Der britische Schriftsteller und Sozialist George Orwell beschrieb schließlich schon 1948 die segensreichen Wirkungen von »künstlichen Staatsfeinden« bei der Einigung des Volkes (in seinem Roman 1984). Diesen Aspekt sollte man zumindest nicht vergessen, wenn man das nächste Mal reflexhaft auf die »Rechten« reagiert.

Quelle: KOPP Online (10.04.2013)


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