Verschleierungsversuche im Fall Daniel S.


Erschienen auf Sezession im Netz unter dem Titel Stolz darauf, daß Weyhe bunt ist“: Verschleierungsversuche im Fall Daniel S. (Kirchweyhe)

Nach der Tötung von Daniel S. durch eine Gruppe türkischer Jugendlicher in Kirchweyhe bei Bremen begannen Politik, Behörden und Medien mit wenigen Ausnahmen unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls damit, dessen ethnischen Kontext zu verschleiern. Man sorgte sich offensichtlich sehr über eine mögliche Thematisierung der Täterherkunft.
Denn dieser Bezug paßt nicht das politische Konzept der bunten, vielfältigen, durch Zuwanderung kulturell bereicherten Gesellschaft, in der allenfalls deutscher Rassismus das friedliche Zusammenleben stört. Lokal- und Landespolitik, die Polizei, Kirchen, große Teile der Medien sowie linksextreme Antifagruppen bildeten daher eine geschlossene Front „gegen Rechts“, und stellten auch ihren öffentlichen Umgang mit dem Vorfall unter dieses Motto.
Die Ansprache der ethnischen Dimension des Geschehens und des dahinter stehenden Musters migrantischer Gewalt gegen Deutsche wurde dabei als „rassistisch und ausländerfeindlich“ definiert. Die Vorfälle seien, anders als etwa die mutmaßlichen NSU-Morde, auf rein individueller Ebene zu betrachten.  Erwünscht war eine „farbenblinde“ Interpretation des Vorfalls, wie sie eine Lokalzeitung in den Vordergrund stellte, die eine als „beschämt“ vorgestellte Mutter mit dem wenig anatolisch klingenden Namen Kirsten Koerd mit den Worten zitierte: „Was haben wir als Eltern-Generation nur großgezogen?“
Die Polizeiinspektion Diepholz erklärte, es handele sich um einen „Einzelfall“, obwohl der mutmaßliche Haupttäter bereits durch andere Gewaltdelikte aufgefallen war. Der Chefredakteur einer Lokalzeitung spekulierte, daß es sich bei den Tätern ja auch um Deutsche handeln könne. Gleichzeitig sprach er vom „Fluch des Internets“, weil sich dort die ursprünglich einzige Meldung, die den ethnischen Hintergrund der Täter erwähnt hatte, „unkontrolliert“ hätten verbreiten können. Der für das SPD-nahe Projekt „Endstation Rechts“ schreibende Aktivist Marc Brandstetter störte sich ebenfalls an soviel Transparenz und diagnostizierte der bei Bild.de erschienenen Meldung, welche die Täter als „Südländer“ identifizierte und deren Verhalten als „brutal“ bewertete, eine „Sprache, mit der sich auch die NPD  identifizieren kann.“
Die SPD erklärte zum Vorfall:
Es spiele aber keine Rolle, welcher Herkunft Opfer oder Täter seien. Zwei Menschen haben indivíduell gehandelt, und eine rassistisch oder ausländerfeindlich motivierte Betrachtung der Vorkommnisse verbiete sich von selbst.
Sehr ähnlich äußerten sich der SPD-Bürgermeister von Weyhe, Frank Lemmermann, sowie Pastor Holger Tietz, der den mit der Ausrichtung einer Kundgebung beauftragten „Runden Tisch gegen Rechts“ der Stadt repräsentiert und betonte, daß die Tat „nichts mit der Herkunft von Opfer und Täter zu tun“ gehabt hätte. Er sei „stolz darauf, dass Weyhe bunt ist“. Nicht näher definierte„Störungsversuche“ der Kundgebung wurden laut Polizei „konsequent unterbunden“, wobei Antifa-Aktivisten unterstützend zur Seite standen. Das Opfer wurde unterdessen mit Nazi-Vorwürfen überzogen.
Der Großteil der begleitenden Medien verschwieg Kritik am Umgang mit dem Vorfall oder stellte diese nur verzerrt dar. Wenn Kritik überhaupt zitiert wurde, dann nur in Form übersteigerter Kommentare, die irgendwo im Internet erschienen waren. Es sollte offenbar der Eindruck erweckt werden, als sei jeglicher Widerspruch gleichbedeutend mit „Haß“.
Den ethnischen Kontext des Vorfalls konnte jedoch auch Dirk Baier vom politiknahen Kriminologischen Institut Niedersachsen in einem anläßlich des Vorfalls geführten Gespräch nicht ganz leugnen:
Wir stellen tatsächlich fest, dass Jugendliche mit muslimischem Hintergrund, insbesondere türkisch-stämmige Jugendliche, Jugendliche aus nordafrikanischen oder arabischen Ländern, aber auch Jugendliche aus dem ehemaligen Jugoslawien, die zum Teil muslimischen Hintergrund haben, eine bis zu drei Mal höhere Gewaltrate haben als die einheimischen deutschen Jugendlichen.
Baier weiß jedoch, was politisch von ihm erwartet wird:
Grund ist aber nicht der Umstand Türke oder Muslim zu sein, sondern die damit verbundenen Schwierigkeiten im Leben.
Gemäß den in den Sozialwissenschaften vorherrschenden Dogmen wird dort neben ethnokulturellen Gruppenunterschieden im Sozialverhalten jeglicher Einfluß auf menschliches Verhalten geleugnet, der sich nicht als Legitimation für sozialstaatliche Einflußnahme verwenden läßt. Im Grunde vertritt Baier die These, daß es keinen Zusammenhang zwischen Kultur und Sozialverhalten gibt, was angesichts der empirisch meßbaren Unterschiede des Sozialverhaltens von Menschen unterschiedlicher Kulturen absurd ist und sich als „wissenschaftliche“ These nur deshalb halten kann, weil die Möglichkeit zum Widerspruch in diesem Bereich offenbar nicht gegeben ist oder nicht wahrgenommen wird. „Armut“ oder die erwähnten „Schwierigkeiten im Leben“ sind im akademisch verbrämten Aktivismus eine Universalerklärung für jegliche Auffälligkeit. Alternativ wird Migrantengewalt allenfalls noch als „Rückgabe von Diskriminierungserfahrungen“ erklärt.
Folgt man den Aussagen von Politik, Medien, Kirchen und Wissenschaft, dann gibt im Zusammenhang mit der Tötung von Daniel S. außer deutschem Rassismus und mangelnder Ausstattung des Sozialstaates also keine erwähnenswerten Probleme. Das Vorgehen gegen die Äußerung andere Interpretationen des Geschehens offenbart jedoch eine zunehmende Unsicherheit darüber, ob dieses Erklärungsmuster von der Öffentlichkeit ohne mehr oder weniger autoritäre Begleitmaßnahmen noch akzeptiert wird. Anstatt die immer deutlicher sichtbaren Fehlentwicklungen im Bereich Zuwanderung und Integration anzuerkennen und zu korrigieren, geht man zunehmend dazu über, die Ansprache dieser Fehlentwicklungen zu unterbinden.



Quelle: Sezession im Netz (17.03.2013)

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