Volksverhetzung


von Michael Winkler

Falls Sie erwarten, daß ich hier schreibe, daß weder Physik noch Chemie noch andere objektive Naturwissenschaften nachweisen können, was “seriöse” Historiker an “Augenzeugenberichten” aufführen, oder daß sowohl Kriminal-, als auch Sozialhilfestatistiken erstaunlich hohe Zahlen an “Zuwanderern” aufweisen, muß ich Sie leider enttäuschen. Es geht in diesem Artikel nicht um das Strafrecht, sondern um Demokratie.

Ich möchte mit einer sowohl idealen als auch minimalen Demokratie beginnen, einer Aktiengesellschaft. Es gebe zehn Aktionäre, die alle in der zughörigen Firma arbeiten, ohne weitere Angestellte und mit der gleichen Anzahl Anteile in ihrem Besitz. Das heißt, zehn Personen haben bei der Aktionärsversammlung gleiches Stimmrecht und alle das gleiche Interesse, das Wohl der Firma. Es gibt keinen Chef, der zwei Drittel des Firmengewinns für eine noch größere Bonzenschaukel als Firmenwagen hinblättert, aber auch keine Bundeskanzlerin, die dieser Firma Aufträge zuschanzt, da die Firma weder an Israel noch an irgendwelche Goldman Suckers Tribute bezahlt.

Jeder Aktionär weiß Bescheid, wie es um die Firma steht. Große Reden auf der Aktionärsversammlung sind überflüssig, jeder kennt jeden und weiß ihn und seine Fähigkeiten einzuschätzen. Diese Firma ist kein echter Staat, ihr “Parlament” entscheidet nicht über die internationale Politik, es geht nur ums Geschäft. Trotzdem haben wir hier eine funktionierende Demokratie vor uns, zumindest, bis die Aktionäre einen Grund finden, sich zu zerstreiten.

Lassen wir die Firma wachsen und sechs Aktionäre ohne Nachkommen versterben. Alle haben jedoch eine soziale Ader und vererben ihre Anteile der gewachsenen Belegschaft. Diese bestehe nun aus 600 Mann mit jeweils gleichen Aktienanteilen. Die Belegschaft hält also 60%, die vier verbliebenen Altaktionäre 40%. Damit nähern wir uns einer realen Demokratie an: Es gibt vier Volldemokraten und 600 Stimmviecher. Die Volldemokraten wollen, daß ihre Einkünfte aus der Firma kräftiger fließen, die Stimmviecher einen sicheren Arbeitsplatz und ein kleines Nebeneinkommen aus der Dividende.

Die Aktionärsversammlung ist keine Stammtischrunde mehr, es gibt “die da unten”, die gewöhnlichen Aktionäre, die im Saal sitzen, und “die da oben”, die Großaktionäre, die auf dem Podium ihre Plätze haben. Sehr wahrscheinlich haben die “Oberen” umfassendere Kenntnis des Betriebes als die “Unteren”, da letztere nur ihren eigenen kleinen Bereich überschauen. Die Oberen brauchen allerdings die Zustimmung der Mehrheit, der Unteren. Deshalb finden jetzt Volksreden statt. Die Oberen wollen einen Teil der Gewinne reinvestieren, was die Gratifikation der Unteren schmälert. Die Unteren wollen höhere Löhne, was die Gewinnanteile der Oberen reduziert. Bisher sind noch alle ehrlich zueinander.

Der Vertreter der Oberen malt aus, daß die Firma mit neuen Maschinen viel wettbewerbsfähiger sei, was die Arbeitsplätze und die Einkommen auf viele Jahre absichere. Dafür sei leider ein kleiner Verzicht bei den diesjährigen Gewinnausschüttungen erforderlich. Wir können davon ausgehen, daß die Arbeiter zunächst nicht begeistert sind, aber schließlich einsehen, daß es so besser ist und zustimmen werden.
Lassen wir das Unternehmen weiter wachsen und üben soziale Gerechtigkeit. Wer immer eingestellt wird, bekommt eine Belegschaftsaktie. Zum Ausgleich bekommen die Oberen für je sechs neue Belegschaftsaktien vier Eigentümeraktien, so daß die Stimmverteilung zwischen Großaktionären und Belegschaft immer gleich bleibe. Und, da wir hier ja Fähigkeiten haben, von denen hochrangige Scientologen nur träumen, ist der Gewinn der Firma derart gestiegen, daß die Dividende für jeden einzelnen Arbeiter gleich geblieben ist. 

Wir haben jetzt 6.000 Arbeiter, also hat sich der Gewinn verzehnfacht. Während jeder Arbeiter gleich viel bekommt wie vor dieser Expansion, erhält ein Großaktionär nun die zehnfache Ausschüttung.

Das Ungleichgewicht des Wissens hat sich weiter vergrößert. Die einzelnen Abteilungen haben keinen engen Kontakt mehr, die Firma besitzt mittlerweile mehrere Standorte. Bei den Aktionärsversammlungen benötigen die Eigentümer nur ein Sechstel der Arbeiter auf ihrer Seite, also 1.001 der 6.000 Kleinaktionäre, um ihre Interessen durchzusetzen. Die Sperrminorität von 25% laut Aktienrecht, die bei einigen Beschlüssen diese verhindern kann, erfordert die Koordination von 2.500 Arbeitern – oder die von drei Eigentümern.

Obwohl die Firma immer noch kein Staat ist, hat sie inzwischen staatsähnliche Züge angenommen. Die Information der Arbeiterschaft erfolgt durch eine Firmenzeitung, über deren Inhalte die Eigentümer bestimmen. Vor der Aktionärsversammlung wird darin einseitig gutgeheißen, was die Großaktionäre planen. In der Firma selbst gibt es inzwischen eine Hierarchie, denn ohne Betriebs- und Abteilungsleiter sind so große Arbeitermengen nicht zu handhaben. Die Führungskräfte haben eine Vertrauensposition, sie müssen dafür gegenüber der Firmenleitung loyal sein, also gegenüber den Großaktionären.

Unsere ideale Demokratie ist damit einer realen, einer staatlichen Demokratie schon ziemlich nahe gekommen. Erhöhen wir die Zahl der Aktionäre auf 10.000 und entfernen die Alteigentümer, haben wir eine freie und mit gleichen Rechten ausgestattete Bevölkerung. Geben wir noch ein paar Gewerkschaften dazu, IG Metall, Christlich-Soziale Arbeitnehmer und eine betriebseigene Rote Zelle, dann haben wir Parteien, die sich um die Führung streiten. Die Aktionäre wählen gemäß der Gewerkschaftsempfehlungen einen Vorstand…

Wo aber ist nun die versprochene Volksverhetzung?

Ich kann Ihnen einen Vortrag über Geld halten, seine Entstehung, seine Funktion, den Unterschied zwischen Tausch- und Schatzmittel, die Zinsen, die eingebaute Katastrophe. Sie stellen ein paar Fragen darüber, und nach vier Stunden haben Sie verstanden, um was es geht, und können informiert selbst entscheiden, ob die Zukunft besser im Euro oder im Gold zu suchen ist. Die Runde darf nicht allzu groß sein, sonst kommen viele Zuhörer nicht zu Wort. Sagen wir, 25 Personen und ein ganzer Nachmittag. Dann wenden wir uns der Außenpolitik zu, der sozialen Gerechtigkeit, der Innenpolitik – wir können damit eine Woche füllen. Bei Themen, bei denen ich zu wenig weiß, wechsele ich auf die Zuhörerseite und ein Sachkundiger übernimmt den Vortrag.

Ein Wahlkampfredner muß all diese Themen in eine einzige Stunde packen, da ihm sonst das Publikum davonläuft. Wobei es durchaus anderthalb bis zwei Stunden werden dürfen, wenn die Zuhörer in einem Bierzelt sitzen. 

Zwischenfragen sind nicht möglich, und der Volldemokrat da am Mikrophon hat weder die Absicht noch den Auftrag, Sie zu informieren. Er muß dafür sorgen, daß Sie am Wahltag bei ihm, bei seiner Partei Ihr Kreuzchen machen. Er wird also einseitig argumentieren und einseitig informieren. Er muß es sogar!

Dank Angela Merkel hat Vierzonesien Verbindlichkeiten für den Erhalt des Euro in Billionenhöhe übernommen, als direkte Zahlungen, als Zahlungsversprechen und als Bürgschaften. Vergessen Sie die anderen Länder! Wenn die zusammenbrechen, wird man sich an den letzten zahlungsfähigen Schuldner halten, an Vierzonesien. Dieses Vierzonesien ist jedoch kein blau gefärbter und mit “Bundesrepublik Deutschland” überschriebener Fleck auf der Landkarte, dieses Vierzonesien sind – SIE!

Für die merkelhaften Verbindlichkeiten haften Sie mit Ihrem Privatvermögen, mit Ihren Ersparnissen, Ihren Immobilien, Ihrer Lebensversicherung, Ihrer Altersversorgung und Ihren gesamten Steuerzahlungen. Glauben Sie, Angela Merkel wird das auch nur mit einem Wort erwähnen? In den drei bis fünf Minuten ihrer Wahlkampfrede, die diesem Thema gewidmet sind, wird sie sagen, die Eurorettung sei alternativlos. Sie muß es sagen, denn würde sie die Wahrheit verkünden, sie würde von ihren eigenen Leibwächtern in die Menge geworfen und von den Zuhörern am nächsten Laternenpfahl aufgeknüpft.

Ein Wahlkampfredner vermittelt keine Fakten, er spielt mit den Gefühlen der Menschen. Er hat keine Wahl, er muß das Volk aufhetzen. Er darf zwar nicht so weit gehen, daß die Zuhörer anschließend das Parteibüro der Konkurrenz aufsuchen und dort die Möbel durch die Fensterscheiben werfen, aber er muß die andere Partei beschimpfen und über deren Kandidaten herziehen. Nach der Wahl sind das wieder Koalitionspartner und Kollegen, mit denen man sich zum Biertrinken verabredet, aber vor der Wahl sind das allesamt Teufel, vor denen nur ICH das Volk, die Menschheit und das Universum erretten kann.

Der erfolgreiche Volldemokrat muß Populist sein, der dem Volk nach dessen Willen redet, und er muß Demagoge sein, um dem Volk diesen Willen einzuimpfen. Laut Wikipedia: Demagogie (griechisch demos, “Volk”, und agein, “führen”; auch: Volksverführung) ist im abwertenden Sinn ideologische Hetze, besonders im politischen Bereich.

Da ist sie, die Volksverhetzung. Volksführung, Volksverführung, Volksverhetzung. Wer immer das Volk führen möchte, muß es verführen und letztendlich verhetzen. Es geht nicht anders.

Die Banker sind nur an ihrem eigenen Profit interessiert, sie nehmen ihre Kunden schamlos aus, vergeuden deren Vermögen für ihre eigenen Boni. Die Banker gehen unverantwortbare Risiken ein, deren Gewinne sie im Erfolgsfall in die eigene Tasche stecken und deren Verluste sie dem Steuerzahler aufbürden. Die Banker vernichten Ersparnisse und plündern ganze Völker aus. Das könnte aus einer Wahlkampfrede stammen, und ich nehme an, kein Staatsanwalt in ganz Vierzonesien würde das eine Volksverhetzung nennen, obwohl hier eindeutig zum Haß gegen eine Minderheit aufgestachelt wird. Ersetzen Sie das Wort “Banker” durch “Juden”, sieht das die Justiz plötzlich ganz anders, obwohl wiederum nur eine Minderheit betroffen ist.

Damit wären wir bei einem Kernpunkt der Demokratie in Vierzonesien angelangt: Erlaubt ist, was der Obrigkeit gefällt. Gehetzt wird immer nur gegen die “Anderen”, gegen das, was offiziell zum Abschuß freigegeben ist. Ein Herr Goebbels nannte das völlig korrekt Propaganda, auch damals wurde in eine Richtung intensiv gehetzt, andere Ziele der Hetze hingegen waren verboten. Durch die Demokratie haben wir in dieser Beziehung nichts gewonnen, schon gar nicht Gedanken- und Redefreiheit.

Gehen wir ins angebliche Herzland der Demokratie, die Vereinigten Staaten von Amerika. Dort ist Volksverhetzung generell üblich. Vor dem ersten Weltkrieg war Deutsch die beliebteste Fremdsprache in den USA, und die Deutschen zählten allgemein zu den Einwanderern, die ihre Herkunft mit Stolz nennen durften. Aus politischen Gründen – es drohte der Staatsbankrott – mußten die USA unbedingt am ersten Weltkrieg teilnehmen, und zwar auf der Seite, die nach dem Krieg am meisten bezahlen konnte, also auf Seiten der Briten. 

Sondierende Gespräche und erste Vereinbarungen gab es schon 1897, zwanzig Jahre vor der Kriegserklärung. Die LUSITANIA und der deutsche U-Boot-Krieg dienten für den Kriegseintritt nur als Vorwand.

Die Deutschen im Land wurden folglich zu Feinden hochstilisiert. “Deutsche” Hunde, also Dackel und Schäferhunde, wurden schon mal gesteinigt, als künftige Kriegsgegner. Deutsche Amerikaner waren ihres Lebens nicht mehr sicher, sie wurden drangsaliert, verletzt und getötet, einzig und allein wegen ihrer Herkunft. Das Volk wurde auf den Krieg eingestimmt, und da die meisten Amerikaner nicht zum Morden nach Europa geschickt wurden, haben sie im eigenen Land gewütet. Deutsches Eigentum in den USA wurde beschlagnahmt, die Töchter deutscher Firmen erhielten amerikanische Geschäftsführer und gehörten nunmehr dem Staat. Siedlungen und Städte mit zu deutschen Namen wurden umbenannt.

Was im ersten Weltkrieg recht war, war im zweiten Weltkrieg billig. Da wurden Deutsch-Amerikaner und Amerikaner japanischer Abkunft gleich in Lager gesperrt. Zu ihrer eigenen Sicherheit, und wenn jemand aus dieser Sicherheit ausbrechen wollte, wurde er erschossen. Ähnlichkeiten mit deutschen Konzentrationslagern, in die Juden gesperrt wurden, sind rein zufällig. 

Gaskammern gab es keine, Krankheiten, schlechte Behandlung, schlechte Ernährung und eine hohe Sterberate sehr wohl.

Wenn Sie vor dem ersten Weltkrieg in den USA Toast bestellen wollten, so, wie Sie ihn hierzulande gewohnt sind, sagten Sie “German Toast”. Während des Krieges wurde daraus “French Toast”, und so heißt er noch immer. Aus den “French Fries”, unseren Pommes Frites, wurden 2003 “Freedom Fries”, als die Franzosen am finalen Krieg gegen den Irak nicht teilnehmen wollten. Das Modell der Volksverhetzung funktioniert in den USA noch immer.

So um 1990 habe ich im Fernsehen gerne amerikanisches Showcatchen geschaut. Da gab es einen recht beliebten Darsteller mit dem Künstlernamen “Sergeant Slaughter”. Während der Vorbereitung des zweiten Golfkriegs trat Slaughter mit der irakischen Flagge auf und hatte einen Begleiter, der mit Fes auf dem Kopf reichlich orientalisch ausschaute. Natürlich war das Publikum darüber entsetzt und hat den Mann gehaßt. Dank Regieanweisung wurde Slaughter sogar Champion, und er hat seine Siege mit größter Brutalität errungen. Nach einigen Triumphen wurde er dann von “Amerikanern” im Ring auseinandergenommen, wie Saddams Armee von den internationalen Kampfverbänden. Nach dem Sieg über Saddam Hussein brauchte man keinen “Iraker” als Haßobjekt, da wurde ein Kampf inszeniert, bei dem ein “Superpatriot” unfair in die Mangel genommen wurde. Sergeant Slaughter erschien zu dessen Rettung, salutierte am Ende vor der amerikanischen Flagge und war damit wieder auf der Seite des Guten rehabilitiert.

Mein Interesse am Showcatchen hat schon in den Neunzigern stark nachgelassen, deshalb kann ich kein aktuelleres Beispiel nennen. Ich habe das damals mit leichter Belustigung verfolgt, da wurde ein “Iraker” als Bösewicht aufgebaut und anschließend von “Amerikanern” vermöbelt. Ich finde es weitaus besser, wenn das im Rahmen eines Artistik-Programms auf der Bühne stattfindet als wie gegen Deutsche auf offener Straße.

Die Verteufelung des Gegners ist nach wie vor ein übliches Mittel in der Demokratie. Der Hitler-Kult auf allen Fernsehkanälen, mit einem Guido Knopp als Hohepriester, ist nichts anderes als Volksverhetzung, damit niemand auf den Gedanken kommt, die miserable Leistung der heutigen Volldemokraten mit jenen des bösen Diktators zu vergleichen. Ihre eigenen Lügen kann eine Demokratie nur dann zugeben, wenn diese lange zurückliegen und keiner der Lügner mehr in Amt und Würden ist. Um diese Lügen zu decken, werden Dokumente zurückgehalten und vernichtet, außerdem gibt es die willfährige Justiz mit ihren Gummiparagraphen.

Israel ist ein Kind des Holocausts, ohne die ständig betonten “deutschen Verbrechen” wäre Israel nie gegründet worden. Man kann deshalb mit einiger historischer Berechtigung behaupten, der Judenstaat verdanke seine Existenz Adolf Eichmann. Anstatt dafür dankbar zu sein, erwartet dieser Staat ständige Dienstbarkeit und Tribute aus Vierzonesien, und eine deutsche Bundeskanzlerin erklärt die Unterstützung dieses Staates zur deutschen Staatsräson. Mit der gleichen Berechtigung könnte Liberia dauernde Alimentierung durch die USA fordern.
Um es eindeutig zu sagen: Deutsche tragen keine Schuld daran, daß Juden 1948 dem Weltgewissen einen Staat abgepreßt haben. Dieser Staat war bereits 1917 in der Balfour-Deklaration zugesagt worden. Letztendlich wurde dieser Staat durch jüdischen Terror herbeigebombt, durch die Sprengung des Hotels King David in Jerusalem. Deutsche sind an keinem einzigen der Kriege Israels schuld, und Deutsche tragen keinerlei Schuld daran, daß sich diese verschlafene und von der Geschichte vergessene Weltregion zu einem Brennpunkt des Unfriedens entwickelt hat. Allenfalls sind es deutsche Regierungen, die ihr Volk verhetzt haben, um Israel trotz der Kriegsgreuel zu unterstützen.

Die Volldemokraten rechtfertigen ihr Handeln durch den “Auftrag des Volkes”. Aber haben sie diesen Auftrag wirklich? Scheinbar wird dieser Auftrag von Wahl zu Wahl erteilt, doch welche Wahl hat das Volk wirklich? Wir dürfen Listen ankreuzen, auf welche die Parteifunktionäre sich gegenseitig eingetragen haben. Wir bekommen Wahlprogramme vorgesetzt, welche dieselben Funktionäre abgesprochen haben. Und am Ende müssen wir Wählenden akzeptieren, wenn diese Wahlprogramme durch die Funktionäre zugunsten eines Koalitionsvertrags entsorgt werden.

Die größte “Partei” sind längst die Nichtwähler geworden. Setzen wir 40% Nichtwähler – Wahlbeteiligungen unter 60% sind in Vierzonesien mittlerweile häufig – und nur ein Prozent ungültig bzw. “sonstige Parteien”, dann reichen 30% der Wählerstimmen aus, um eine Regierungsmehrheit zu bilden. Obwohl nicht einmal ein Drittel des Volkes diese Regierung legitimiert hat, maßt sie sich an, für das ganze Volk zu sprechen. Diese Minderheitsbeauftragten betreiben “demos agein”, Volksführung, Demagogie oder gleich Volksverhetzung.

Die größte Volksverhetzung ist derzeit der “Kampf gegen Rechts”. Was einst der häßliche Kopf mit dem “Synagogenschlüssel”, der langen, gekrümmten Judennase im “Stürmer” gewesen war, sind heute die Schnürstiefel, die immer in den Nachrichten gezeigt werden, selbst dann, wenn die “bösen Rechten” ein kleiner, von der Polizei beschützter Haufen gewesen sind und es linke Chaoten waren, von denen die Gewalt und die Zerstörung ausgegangen ist.

Der “Kampf gegen Rechts” rechtfertigt Parteienverbote, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmungen und Prozesse, bei den die Cardassianische Gerichtsordnung gilt: der Angeklagte ist schon allein deswegen schuldig, weil er angeklagt worden ist. Unschuldsvermutungen gibt es im sogenannten Rechtsstaat in diesen Fällen nicht, und wo die Position der Anklage unter keinen Umständen haltbar wäre, gilt die “Offenkundigkeit”, nach der verboten ist, die Behauptungen der Anklage in Zweifel zu ziehen. Was uns heute als “freiheitliche Demokratie” dargestellt wird, dürfte in der zukünftigen Geschichtsschreibung zu einem der finstersten Kapitel der Menschheitsgeschichte werden, gegen das jeder Bericht aus dem Mittelalter wie die Erzählung aus einer glücklichen Zeitperiode anmutet.

Wir haben keinerlei Rechte, so wie die Aktionäre in der eingangs beschriebenen Firma. Die Mehrheitseigentümer sind die etablierten Parteien, die unsere “Firmenzeitung” herausgeben, die qualitätsfreien Propagandamedien, die allesamt Volksverhetzung betreiben. Wir erleben gerade, wie unsere Zahl drastisch erhöht wird, was das Gewicht unserer eigenen Stimmen und Anteile ebenso drastisch verringert. Jeder Ausländer mit BRD-Paß ist wahlberechtigt, und er dürfte kaum für die Interessen des deutschen Anteils der Bevölkerung in Vierzonesien stimmen. Somit ist jede Rhetorik, die auf Zuwanderung abzielt, eine Volksverhetzung gegen die Interessen des deutschen Volkes.

Wenn in dieser Zeit des Niedergangs Deutsche zu Personen minderen Rechts in ihrem eigenen Land werden, dann ist das von den Oberen so gewollt. Wenn diese Oberen durch eine Minderheit, die nicht einmal ein Drittel der Wähler zählt, ihre Legitimation ableitet, so ist das keine Demokratie mehr, sondern eine Demagogie, die sich Rechte anmaßt, die ihr längst nicht mehr zustehen.

Ja, es ist richtig, daß zu den Rechten in der Demokratie der freiwillige Verzicht auf die Abgabe der eigenen Stimme gehört. Zu den Pflichten der Demokraten gehört jedoch genauso, auf diese Wahlverweigerung zu reagieren. Das bedeutet nicht, noch mehr Volksverhetzung und Propaganda, sondern bedingungsloses Eintreten für die Rechte und den Willen des Volkes.

Die Wahrnehmung der Rechte und die Befolgung des Willens des Volkes bringen aber keine zusätzlichen Einkommen und keine Pöstchen nach Ende der politischen Karriere ein. Ehrungen Israels bekommt nur derjenige, welche die Interessen Israels verfolgt, und Ehrungen Amerikas nur derjenige, der Amerika dient. Unsere Kanzlerin und viele ihre Volldemokraten-Kollegen haben beides angehäuft. Deren Amtseid, die Interessen des deutschen Volkes zu wahren, ist nicht mehr als eine Farce.

Wir sind ein Volk, das mit Informationen verhetzt wird. Über “Sergeant Slaughter” konnte man noch schmunzeln, über das, was in unseren Medien gebracht wird, im besten Fall den Kopf schütteln. Wir leben in einem finsteren Zeitalter der Desinformation, obwohl genau das Gegenteil behauptet wird. Nie war die Propaganda so intensiv und so subtil wie heute. Die repräsentative Demokratie ist ein einziger Abgrund der Volksverhetzung. Das ist keine Fehlentwicklung, das ist von Anfang an beabsichtigt.


Quelle© Michael Winkler (13.03.2013)
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