Pranger 417: Gleichgültigkeit (von Michael Winkler) – Aus dem dunklen Sklavenschlaf der Gegenwart durch opfervollen, blutigen Kampf erringen wir eine neue, eine goldene Zukunft!


Gleichgültigkeit (23.1.2013) von Michael Winkler

Schafe sind friedliche Tiere mit begrenztem Eigenwillen, die sich treiben und herumstoßen lassen. Schafen macht es nichts aus, wenn sie geschoren werden, und sie beenden ihr Leben auf der Schlachtbank. Die lebendigen Rasenmäher kennen nur ihre Arbeit, und wenn sie sich einmal äußern, dann im gegenseitigen Ansporn zu noch mehr Arbeit: Mäh, Mäh! Ihre Intelligenz haben sie vollständig an den Hirten delegiert, der seine Herrschaft mittels der Hütehunde ausübt, vor denen die Schafe allergrößten Respekt haben.

Haben Sie sich wiedererkannt? Oder wenigstens Ihren Nachbarn? Ersetzen Sie “Schafe” durch “Bürger”, “Wähler” oder “Steuerzahler”, die “Hunde” durch “Beamte”, “Polizei” oder “Justiz”, und den “Hirten” durch “Regierung”, “Abgeordnete” oder “Parteien”, und schon wird daraus eine überzeugende Beschreibung der Zustände in Merkeldeutschland. 65 Millionen ethnische Deutsche spielen bereitwillig die Rolle von Schafen, die allenfalls nach grünerem Gras, aber niemals nach Freiheit gieren.

Ich habe kürzlich eine absolut wunderbare Schafsmeinung über Bischof Williamson gelesen: Auf Grund seiner Bildung hätte er wissen müssen, daß er leugnet und die Unwahrheit sagt. Mit anderen Worten: Weil das Schaf weiß, daß ihm Gras schmeckt, soll der Hirt gefälligst auch ins Gras beißen. Auf den Gedanken, daß eine umfassendere Bildung Informationen erschließt, die das Schaf überhaupt nicht in Erwägung zieht, ist das Schaf gar nicht erst gekommen.

Nun wurden Menschen zu allen Zeiten als Schafe gehalten, die Unwissenheit der Schafe ist schließlich die Stärke der Hirten. Wundersame Geschichten über Gott, Götter und Heilige sollten die Untertanen zum Gehorsam anhalten, damit sie sich mit der gottgegebenen Obrigkeit abfinden. Die Sonne dreht sich nun mal um die Erde, selbige ist eine Scheibe und jeder Mensch hat sich mit dem abzufinden, was Gott ihm zugeteilt hat, ohne jemals nach Höherem zu streben.
Ach, das ist überholt und das wissen Sie inzwischen besser? Aber den preußischen Kadavergehorsam, die deutsche Kriegslüsternheit und die Schuld an zwei Weltkriegen akzeptieren Sie? Die Einzigartigkeit des Holocausts ist eine geschichtliche Tatsache, das Existenzrecht Israels deutsche Staatsräson und jeder, der vom Existenzrecht Deutschlands spricht, ist ein Neonazi? Oh, großartig! Das hat man Ihnen gesagt, das haben Sie so gelernt, nie hinterfragt und einfach akzeptiert.

Deutschland den Deutschen, Ausländer raus, die Juden sind unser Unglück, das Deutsche Reich besteht fort… Haben Sie sich das selbst erarbeitet oder wiederholen Sie nur Parolen, die Sie anderweitig aufgeschnappt haben? Ich bedauere, aber selbst mit diesen Ansichten wären Sie als bloßer Meinungswiederholer ebenfalls ein Schaf.


Es kommt nicht darauf an, der richtigen Herde anzugehören,es kommt darauf an, kein Schaf zu sein!


65 Millionen Deutsche, denen es wichtig ist, keine Nazis zu sein. 65 Millionen Deutsche, die brav die Blockparteien wählen, auf daß sich ja nichts ändere im Lande, oder die gar nicht wählen, weil es ihnen gleich ist, was die Obrigkeit beschließt, solange nur genug Gras zum Weiden da ist..

Lohnt es sich, dagegen anzuschreiben, gegen 65millionenfache Gleichgültigkeit? Gegen all das “Hinterdeppendorf ist bunt”, voller Schafe, die den Kopf geduckt, zu Boden gerichtet halten? Für Schafe, die gerne Schafe sind, und deren größtes Vergnügen es ist, noch größere Schafe zu sein als die Mitschafe?

Ich kenne die Optimisten, die nach den kleinsten Anzeichen Ausschau halten, vom Aufwachen reden, gar vom “Backlash” – und dann bringen die qualitätsfreien Medien wieder Begriffe wie “Willkommenskultur”, “Döner-Morde” oder “Neonazi”. Der “Ich bin schwul und das ist gut so”-Partybürgermeister kann keinen Flughafen bauen, aber das interessiert nicht, die Schafe protestieren lieber gegen eine geplante Stromtrasse im Aussichtsbereich der eigenen Haustür und gegen einen Schweinestall drei Kilometer weiter.

Ändert sich etwas in diesem Land? Wenn, dann nur zum schlechteren. Aus der Gebührenerpressung des öffentlich-rechtlichen Dummfunks wurde eine Wohnungssteuer, damit deren Verwaltungs-Wasserköpfe weiterhin das Niveau drücken können. Auf den privaten Sendern gibt es Talkshows, Dschungelcamp und zweiter Weltkrieg, den wir Deutsche, völlig überraschend, immer verlieren. Die CDU verliert Wahlen, Parteigranden und jegliche Konzepte, doch sie steht in Treue fester denn je zu ihrem Todesengel Angela.

Die Justiz läuft Amok wie zu Hochzeiten der Hexenprozesse. Ach, Sie glauben noch immer nicht an Sankt Holocaust? Das muß bestraft werden! Was, wir sollen Sankt Holocaust beweisen? Dieses renitente Verhalten muß noch schlimmer bestraft werden! Oh, Sie wollen sich verteidigen? Damit sind Sie ein uneinsichtiger Wiederholungstäter, da muß das Gesetz in seiner ganzen Härte zuschlagen!

Ich habe kürzlich von einer Umfrage gelesen, bezüglich des deutsch-ungarischen Krieges von 1880. 83% der Befragten haben gewußt, daß Deutschland den Krieg angefangen hat. 7% haben geglaubt, die Ungarn hätten angefangen. Und höchstens 10% haben gesagt, es hätte diesen Krieg gar nicht gegeben. 10% Kriegsleugner, 7% Kriegsschuldverweigerer – und 83% Schafe, die wiederholen, was ihnen vorgegeben wird. Nebenbei: 1880 gehörte Ungarn zu Österreich-Ungarn und war mit dem Deutschen Reich verbündet. Die Leugner haben recht – diesen Krieg hat es nie gegeben. Auch die Kriegsschuldverweigerer hatten recht – am deutsch-ungarischen Krieg waren die Ungarn schuld, die ins Reich eingefallen sind, bis sie in der Schlacht auf dem Lechfeld, 955, ordentlich eins aufs Haupt bekommen haben. Aber wer kann das wissen, wenn die Zeit von 1933 bis 45 geschätzte 98% der deutschen Geschichte umfaßt?

Gibt es einen Aufschrei in der Bevölkerung, wenn Seine Senilität, SPD-Leitfossil Helmut Schmidt, im Fernsehen verkündet, wir müßten für den Euro zahlen, weil “wir” sechs Millionen Juden ermordet hätten? Er selbst ist alt genug, um Täter zu sein, die meisten Fernsehzuschauer sind es nicht. Selbst nach heutigen Gesetzen gibt es keine Sippenhaft, keine endlose Schuld für alle Generationen. Eingeredet wird sie uns trotzdem, willig von allen Schafen akzeptiert.

Es ist leichter, mit der Herde zu ziehen, als sich abseits einen Weg zu bahnen. Als Arbeiter hat man einst eine Arbeiterpartei gewählt, auch wenn deren Funktionäre die Bonzenlaufbahn eingeschlagen und nie wirklich gearbeitet haben. Wer an der SED-Bezirksleitung vorbeiging, ballte die Faust in der Tasche, doch er jubelte am Jahrestag der DDR-Gründung und er feierte mit dem Nachwuchs die Jugendweihe, die schöne, stimmige Zeremonie, bei der junge Menschen nach Auslegung der Partei zu vollwertigen Sozialisten erhoben wurden.

Natürlich ist es schön, wenn irgendwo Buden und Karussells aufgestellt werden, es ist eine willkommene Abwechslung zum normalen Alltag. Und ob dann “Meile der Demokratie” oder “Solidarität mit den sozialistischen Brüdern in Angola” darüber steht, ist eigentlich egal. Selbst ein “Verbrennt alle Hexen!” würde die Festbesucher nicht stören. Und geht es gegen Nazis, dann ist man dabei, dann zeigt man Gesicht, aber bitte nur als einige Pixel, nicht erkennbar in der Masse der Demonstranten.

Fragt man einen Deutschen privat, ist er gegen weiteren Ausländer-Zuzug, gegen Steuererhöhungen, gegen Auslandseinsätze der Bundeswehr, gegen Hilfen für Griechenland. Richtet man eine Kamera auf ihn, sieht das schon anders aus. Holt man ihn auf eine Bühne, und seien es nur 20 Zuschauer, dann ist die privat geäußerte Meinung auf einmal rassistisch. Im Internet blöken Schafe auf, solange sie anonym bleiben. Da sammeln sich bösartige Kommentare unter unverschämten Zeitungsartikeln, man könnte meinen, die Revolution stünde unmittelbar bevor.

Doch wenn es zum Schwur kommt, dann taucht der Maulheld in der Herde unter, dann kommt nur noch “Mäh, Mäh!” und alle beißen ins Gras, haben das Maul zu voll, um noch eigene Ansichten zu äußern.

Das Buch “Die Möwe Jonathan”, besser noch die Filmfassung mit ihrer eindrucksvollen Musik, zeigt das Schicksal einer Möwe, die wegen eigener Ansichten aus ihrem Schwarm ausgestoßen wird, der es vorzieht, auf einer Müllhalde zu leben und sich um Abfälle zu streiten, anstatt das zu tun, was eine Möwe ausmacht: zu fliegen. Es gibt Tiefpunkte für den Titelhelden, doch am Ende geht die Geschichte gut aus. Das Schaf hat aufgeblickt.

“Unseren Kindern soll es einmal besser gehen” – das war früher ein Antrieb für viele Menschen. Heute verprassen jene Kinder, denen es dank der Mühen der Eltern tatsächlich besser geht, die Zukunft ihrer eigenen Kinder. Angenommen, ich könnte Ihnen garantieren, daß Sie, sollten Sie binnen eines Jahres sterben, in 50 Jahren erneut auf die Welt kommen. Würden Sie sich dann zurücklehnen und sagen, irgendwer wird es schon richten, oder würden Sie die verbliebene Zeit nutzen, um sich selbst eine bessere Zukunft zu verschaffen?

65 Millionen Deutsche taumeln antriebslos der Zukunft entgegen. Alle Rechte, die ihnen heute genommen werden, im “Kampf gegen Rechts”, im “Kampf gegen den Terror” oder “zur Rettung unserer Währung”, sind erst einmal verloren. Die riesige Unterschicht, dargestellt in “Metropolis”, dämmert ausdruckslos dahin, lebt nicht, sondern vegetiert nur noch. Das ist die Zukunft, die uns erwartet, wenn wir in Gleichgültigkeit verharren. “1984” droht, aber auch “Fahrenheit 451”. Bücher verschwinden heute zu Millionen, weil sie unliebsame Ansichten enthalten, weil noch immer “Fluß” darin steht, anstatt “Fluss”, weil darin Gott männlich ist und womöglich sogar jemand “Negerkönig”. 

Unablässig wird alles getilgt, was die Schafe vom Gehorsam abbringen könnte, unablässig verfolgt, was anderer Meinung ist.

Unter Hitler wurden einmal spektakulär Bücher verbrannt, das ist richtig. Heute verschwinden die Bücher unauffällig, werden in weitaus größerer Zahl vernichtet. Heute wird bestraft, wer die unliebsamen Bücher verkauft, und es wird verfolgt, wer diese Bücher schreibt. “Wie hat das damals geschehen können?”, wird gerne gefragt. “Warum habt ihr das zugelassen?”, wird gefragt, heute, nachdem die meisten Zeitzeugen verstummt sind, und von den Überlebenden nur jene zu Wort kommen dürfen, die das Andenken der damaligen Deutschen in den Schmutz ziehen, welche Millionen Deutsche verunglimpfen, welche für ihre Aussagen gefeiert und belohnt werden. Wer Gegenteiliges verkündet, und sei es noch so wahrhaftig und aufrecht, wird als Volksverhetzer, ewig Gestriger und natürlich Nazi beschimpft.

Jene, die so gerne fragen, “Warum habt ihr das zugelassen?”, lassen heute weitaus Schlimmeres zu. Das ist wie in jenem alten Witz, als der BRD-Bürger dem DDR-Bürger vorhielt, er dürfe jederzeit sagen, daß Adenauer ein Arschloch sei, und der DDR-Bürger antwortete, daß er genau das ebenfalls jederzeit sagen dürfe. Menschenrechte in China und Rußland einfordern, das ist modern, die gleichen Rechte gelten natürlich nicht in Merkeldeutschland. Hier haben 65 Millionen Schafe allerdings das Recht, “Putin ist doof” zu sagen.

65 Millionen verzichten auf ihre Rechte, lassen es zu, daß ihre Vorfahren beschimpft werden, nehmen willig Strafen auf sich, für Dinge, die sie nie getan haben. Alles, was sie anstreben, ist, noch ein größeres Schaf zu sein als der Nachbar, noch besser zu funktionieren, mit noch mehr “Mäh, Mäh!” zu noch mehr Arbeit anzuspornen, um noch mehr bezahlen und abliefern zu können.
Warum also für 65 Millionen Schafe schreiben, denen es egal ist, was mit ihnen geschieht, die gar nicht aufwachen wollen, die es vorziehen, niemals für sich selbst die Antworten zu suchen und die Verantwortung zu tragen? Ganz einfach, weil hin und wieder doch jemand das Schafsgewand abwirft und ich dann Briefe mit Passagen wie dieser erhalte:

Die Wahrheit, nach der ich immer gesucht habe, lag plötzlich weit ausgebreitet vor mir. Sie lag nur auf der anderen Seite des Flusses, wo ich bisher noch nicht gesucht hatte, mich noch nicht getraut hatte zu suchen, weil das Überschreiten der Flußmitte ein Tabu war. – – – Nun, auf der anderen Seite des Flusses, bin ich einerseits sehr erleichtert, die jahrzehntelangen Lügen durchschaut zu haben. Andererseits macht es mich wütend, daß immer noch so viele Menschen den Lügen aufsitzen und nicht erkennen (wollen, können), daß die Welt um sie herum ein Lügengebäude ist.

Ich hätte es nicht besser formulieren können. Es ist das Erweckungserlebnis eines Schafes, so, wie ich selbst eines gewesen bin, bis ich Schaf mich auf die andere Seite des Flusses getraut habe, bis ich jenseits dessen gesucht habe, was mir die ganze Zeit aufgedrängt worden war. Bischof Williamson hätte auf Grund seiner Bildung wissen müssen… Bildung ist das stetige Ersetzen der anerzogenen Vorurteile durch eigenes Wissen. Wer seine Vorurteile behalten möchte, darf ein Schaf bleiben und ist es wert, ein Schafskopf genannt zu werden.

Es ist keine Schande, als Schaf geboren zu werden und als Schaf in der Herde aufzuwachsen. Es ist nur eine Schande, ein Schaf zu bleiben, wenn man die Möglichkeit hat, über das Dasein als Schaf hinauszuwachsen. Und dann, wenn man erkennt, wenn man anfängt, weiter zu sehen als die Herde, ist es eine noch größere Schande, nicht zu versuchen, so viele Schafe zu erwecken wie möglich.


© Michael Winkler
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