Bundesrepublik: 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsausbildung

Berlin: (hib/ROL) Rund 1,5 Millionen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese hohe Zahl ist seit Jahren unverändert. „Die Ausbildungslosigkeit dieser Menschen ist die Folge einer nunmehr fast zwei Jahrzehnte andauernden Ausbildungskrise“, schreibt die Linke in der Kleinen Anfrage „Perspektiven für 1,5 Millionen junge Menschen ohne Berufsabschluss schaffen – Ausbildung für alle garantieren“ (17/10856).

Die Linke fordert die Bundesregierung auf, die „freie Wahl der Ausbildungsstätte“ nach Artikel 12 Absatz 1 Grundgesetz zu garantieren. Die Betriebe müssten verbindlich in die Pflicht genommen werden, ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen bereitzustellen, das die Zahl an Bewerbern um mindestens 12,5 Prozent übersteigt. Hierzu müsse eine solidarische Finanzierung der Berufsausbildung durch ein Umlagesystem auf den Weg gebracht werden, an der sich alle Betriebe einzelner Branchen beteiligen. Ferner fordert die Linke, ein Sofortprogramm mit einem Umfang von 1,5 Milliarden Euro und einer Laufzeit von drei Jahren aufzulegen. Insbesondere sollte das Programm die 1,5 Millionen jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung erreichen.

Bemerkenswert ist, dass laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) mehr als 80 Prozent der 1,5 Millionen jungen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung einen Schulabschluss besitzen. Rund 550.000 haben laut BiBB sogar einen Realschulabschluss oder Abitur. Offenkundig blieb diesen jungen Menschen nicht etwa aufgrund mangelnder Kenntnisse und Fähigkeiten der Zugang zu einer Ausbildung verwehrt, sondern durch einen eklatanten Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen in den zurückliegenden Jahren, schreibt die Linke. Jugendliche mit Migrationshintergrund seien hiervon besonders betroffen: Sie stellen 46 Prozent der genannten Gruppe.

Besondere Barrieren bestünden außerdem für Jugendliche mit Behinderungen. Sie hätten nur geringe Chancen auf eine Ausbildung im dualen System. Ihr Anteil liege dort bei lediglich 0,9 Prozent. Zudem nehme die Teilnahme von jungen Frauen an einer dualen Ausbildung stetig ab und konzentriere sich im Allgemeinen auf wenige Berufe.

Quelle: Heute im Bundestag – Nr. 434 vom 08.10.2012

Deutschland’s Wahrheit stellt fest:

“Jugendliche mit Migrationshintergrund seien hiervon besonders betroffen: Sie stellen 46 Prozent der genannten Gruppe.”

Es kann an dieser Gruppe ja nur zwei Anteile geben, nämlich “Jugendliche mit Migrationshintergrund” und “Jugendliche ohne Migrationshintergrund” – dazwischen gibt es m.W. nichts.

Wenn nun Jugendliche mit Migrationshintergrund mit ihrem Anteil von 46% “besonders betroffen” sind, wie muss man dann eigentlich bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sagen? Sind diese dann “noch besonders betroffenerer”, weil ihr Anteil zahlenmäßig schliesslich höher ist?

Und was heisst das bitte genau? Sagt man zu den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund in Deutschland nicht auch manchmal “Deutsche”? Was können wir daraus ableiten?

1. Der Deutsche Bundestag ist mal wieder mehr als politisch über-korrekt; der zahlenmäßig kleinere Anteil der Ausländer wird als “besonders betroffen” bezeichnet. Was haben wir für ein Mitleid. Schnief.

2. Der (im Verhältnis hoffentlich immer noch weitaus kleinere) Teil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund hat auf den Gesamt-Bevölkerungsanteil bezogen fast genauso viele Jugendliche ohne Arbeit wie die Einheimische Bevoelkerung. Dafür gibt es zwei moegliche Gründe, nämlich

a) Sie haben nicht die notwendige Kompetenz, die Arbeit zu erledigen
b) Sie haben nicht die notwendige Lust, die Arbeit zu erledigen
…oder: Sie sind mittlerweile zahlenmäßig doch so hoch wie die einheimische Bevölkerung?

3. Die Ausländerpolitik hat mehr als nur versagt. Wir bekommen ständig etwas vom “Fachkräftemangel” erzählt, und dass wir unsere offenen Stellen mit Migranten füllen müssen.
Lese ich mir aber diese Zahlen so durch, sieht das überhaupt ganz und gar nicht nach einem Fachkräftemangel aus.

Wenn doch angeblich keine Arbeit da ist, wofür brauchen wir denn bitte möglichst viele ausländische Fachkräfte????

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